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Aussendungszeitpunkt: Dienstag, 8. Juni 2004; 15:08
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Kommentar der anderen:

> Oel versus Menschenrechte

Nicht immer sind umkaempfte Oelgebiete in den Schlagzeilen. Im Gegenteil,
meist finden Menschenrechts- und Umweltverbrechen keinen Weg in die
Weltoeffentlcihkeit. Die Gesellschaft fuer bedrohte Voelker hat da eine
lange Liste:

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Mehr als vier Millionen Menschen in Sibirien, Kamerun, China, Angola,
Ecuador und Peru sowie in zahlreichen weiteren Staaten sind durch die
Erschliessung neuer Oelfelder und den Bau von Pipelines akut in ihrem
Ueberleben bedroht. Der Run auf das Oel heizt auch Konflikte und Krieg in
Nigeria, Angola und dem Sudan an.

In der noerdlich von Angola gelegenen Exklave Cabinda veruebt die
angolanische Armee unbeachtet von der Weltoeffentlichkeit schwere Verbrechen
an der Zivilbevoelkerung, um die Oelfoerderung zu sichern. Mit
Vergewaltigungen, willkuerlichen Verhaftungen, Folter und Erschiessungen
werde Aussagen katholischer Bischoefe und angolanischer Menschenrechtler
zufolge gegen die 300.000 Cabinder vorgegangen. Die Zivilbevoelkerung
Cabindas wird in dem Krieg zwischen Armee und Unabhaengigkeitsbewegung
zerrieben. Aufgrund der Oelfoerderung vor den Kuesten Cabindas ist Angola im
Jahr 2004 zum zweitwichtigsten Oellieferanten der USA geworden.

Die Bevoelkerung im oelreichen Nigerdelta Nigerias verarmt trotz steigender
Oelfoerderung immer mehr. Dort nehme auch die Gewalt immer mehr zu. Die
Region befindet sich am Rande eines Buergerkrieges. Erst am vergangenen
Wochenende haetten die nigerianischen Behoerden eine Intervention der
Sicherheitskraefte angekuendigt.

In der Russischen Foederation sind die sibirischen Minderheiten der Chanten,
Manzen, Nenzen und die Ureinwohner der Inseln Sachalin und Kamtschatka --
insgesamt knapp 100.000 Menschen -- von Schaeden durch die Erdoel- und
Erdgasproduktion am staerksten betroffen. Zehn Prozent der weltweiten
Primaerenergie kommen aus der Russischen Foederation. Dort lagern 15,6
Prozent der weltweiten Reserven, 70 Prozent davon in den von Minderheiten
bewohnten noerdlichen Gebieten. In der Region Chanty-Mansi sind 100 Fluesse
schwer verseucht und 11.000 Hektar Rentierweiden und 20.000 Hektar
Laichgebiete irreparabel zerstoert. Im Gebiet Yamal-Nenets koennen in 28
Fluessen und Dutzenden von Seen nicht mehr gefischt werden, 17.000 Hektar
Laichgebiete sind verseucht und mehr als 500.000 Hektar Waelder und
Rentierweiden durch Explorationsarbeiten zerstoert worden. Bis zu zehn
Prozent des russischen Oels gelangt durch Lecks in die Boeden und Gewaesser.

Von den katastrophalen Folgen der Oelfoerderung im Regenwaldgebiet Ecuadors,
dem Oriente, sind ueber 100.000 Menschen betroffen, schon 30 Prozent des
Regenwaldes sind zerstoert. In den letzten Jahren sind aus mehr als 30
Leckagen ueber eine halbe Million Barrel Oel in das Flusssystem gesickert.
Diese Verseuchung hat zu Krankheiten und massivem Fischsterben gefuehrt.
(GfbV Deutschland/gek.)

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