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Aussendungszeitpunkt: 14.11.2000; 16:00
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FPOe:

> Ein Leben ohne Egger-Bier

Boykottaufrufe in Sachen FP

Der 'Standard' beschaeftigt sich seit dieser Wochenendausgabe -
11./12.Nov. - in einer neuen Serie mit "Haiders blaue Kassen".
Bisher zu erkennende Grundtendenz ist, dasz die offiziellen
Einnahmen der FP samt Parteienfoerderung,
Wahlwerbungskostenbeitraege usw. bei weitem nicht die Ausgaben der
Partei decken koennen, also Wahlkampf samt suendteuren Haider-
Shows und permanente, ebenfalls aeuszerst kostspielige Spektakel.
Im Originaltext liest sich das so: "Das ,Projekt Haider` ist ein
kostspieliges, das sich aus der regulaeren Parteienfinanzierung
kaum finanzieren laeszt." Da die FP nur relativ wenig Mitglieder
mit noch dazu geringer Zahlungsbereitschaft habe, wuerden auch die
Beitragseinnahmen dementsprechend spaerlich flieszen. Also begibt
sich `der Standard' auf die Suche nach anderen Geldquellen und
wird dabei fuendig, was er dem p.t. Publikum nicht vorenthalten
moechte.

Prinzipiell vermutet `der Standard' ein vorerst unueberschaubares
Wirrwarr von Geldfluessen und Kassen, Fonds und Firmen, kleinen
Spendern und groszen Goennern. Dies scheine zwar ein System ohne
Plan zu sein, erweise sich aber als fein gesponnenes Netzwerk.
Griffig wird diese etwas abstrakt in den Raum gestellte Erklaerung
dadurch, dasz auch manche Namen der Financiers und Goenner
aufgelistet werden. Teils sind es bereits bekannte und der FP
traditionell nahestehende Personen, manche sind bisher nicht als
Haider-Foerderer oeffentlich aufgeschienen. Neben den bereits
verstorbenen finanzkraeftigen Sympathisanten wie Herbert Turnauer
und Franz Joseph Hartlauer wurden im Artikelteil der Serie Namen
wie Robert Rogner (Bauunternehmer) oder Herbert Hofner (KIKA)
erwaehnt. Verdienstvollerweise werden in einem Register die
`Freunde und Foerderer' vorerst bis zum Buchstaben E alphabetisch
aufgelistet: von Ammering Ernst bis Egger Fritz.

Unter der Annahme, dasz die Recherchen nicht allzu schlampig
gefuehrt worden sind, laeszt sich damit etwas anfangen - zum
Beispiel ein Schneeballsystem von Boykottaufrufen. Der
dahintersteckende Sinn braucht der akin-Leserschaft nicht erklaert
zu werden. Dasz niemand durch seinen Einkauf solche Unternehmen
unterstuetzen sollte, die ihrerseits eine auslaender- und
minderheitenfeindliche Partei mit rechtsextremen Positionen
foerdern, leuchtet wahrscheinlich allen Nicht-Rechten ein. Doch
dies musz vermittelt werden: den anderen Konsumenten und vor allem
den betroffenen Unternehmen. Denn diese werden durch blosz
individuelle Boykottmasznahmen nicht besonders tangiert, sie
wuerden den unter Umstaenden sinkenden Absatz als schlichte
Konjunkturflaute verzeichnen.

Der letzte Punkt bringt zweifellos sowohl die Schwaeche als auch
den Vorteil der Linken zum Vorschein. Gemessen an der
Bevoelkerungsanzahl sind sie relativ wenige, was eine klare
Schwaeche darstellt. Gemessen an der Publizitaet ihrer politisch
symbolischen Handlungen scheinen sie des oefteren eine starke und
sich staendig reproduzierende Bewegung zu sein. So wuerde sich
auch der individuelle Boykott fuer die Unternehmen oekonomisch
nicht drastisch auswirken, aufgrund des drohenden Image-Verlustes
koennte der symbolisch-politische Akt des Boykotts sehr wohl bei
so manchen `Foerderern' Wirkung zeigen. Es ist schon ein Erfolg,
wenn sie die FP-Unterstuetzung nur mehr im Geheimen durchfuehren
koennen - und dann nur mit Angst vor Entdeckung. Deshalb erfolgt
hier mein Vorschlag zur Begruendung einer staendigen Boykottspalte
in der akin. Abgesehen von den erwaehnten Namen in der `Standard'-
Serie koennten uns alle mit serioesen Informationen ueber
derartige unternehmerische Foerderneigungen versorgen, die dann
regelmaeszig zwecks Boykottmasznahmen hier zur Veroeffentlichung
kommen werden.

Aufgrund der bisher bekannten Namensliste der FP-Foerderer und -
Goenner wird zum individuellen und politischen Boykott aufgerufen
gegen:

- KIKA (dessen Chef Herbert Koch ist FP-Foerderer);

- Spedition Augustin (Karl Augustin);

- Y-Line (E-Commerce-Softwarehaus unter Werner Boehm);

- Egger-Bier und Spanplatten von Egger (Fritz Egger ist laut
`Standard' groszzuegiger Unterstuetzer der FP - es gibt ja auch
Ottakringer, Stiegl und Goesser).

Die Genannten sind bisher groesztenteils Wien-spezifische oder in
Wien relativ bekannte Unternehmen. Sinnvoller als vorgedruckte
Begruendungen der Boykott-Masznahmen duerfte individuell und
kreativ Verfasztes sein. Reaktionen und Anregungen bitte entweder
schriftlich unter "Boykott" an die akin oder tel.: 535 62 00
(Montag und Dienstag). E-mail: akin.abo@gmx.at

*Fritz Pletzl (in Zukunft ohne Egger-Bier)*
 

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